Ventilation Cockpit

Eine einheitliche Bedienoberfläche

Die Bedienoberfläche, das so genannte „Ventilation Cockpit“, ist auf allen Beatmungsgeräten von Hamilton Medical einheitlich, unabhängig vom verwendeten Gerät und dessen Einsatz in der Intensivstation, im MR-Raum oder während des Transports.

Entwicklung einer bedienfreundlichen Oberfläche

In den letzten Jahren wurde der Funktionsumfang moderner Beatmungsgeräte für Intensivstationen erweitert, wodurch auch eine Verbesserung der Performance erzielt werden konnte. Dies ließ jedoch auch die Komplexität und Fülle der durch das klinische Personal zu verarbeitenden Daten ansteigen. Aus diesem Grund ist auch die Nachfrage nach intuitiveren Bedienoberflächen groß (Richard 2009).

Die Bedienoberfläche des Ventilation Cockpit wurde durch die Ingenieure von Hamilton Medical in enger Zusammenarbeit mit Bedienern, Beatmungexperten und Usability-Experten entwickelt. Dabei lag der Fokus auf drei Aspekten, die verbessert werden sollten:

  • Da sich die Bedienkonzepte der verschiedenen Geräte unterscheiden, stellt sich ein Gerätewechsel – etwa zwischen einem Transportbeatmungsgerät und einem Beatmungsgerät für Intensivstationen – als schwierig dar.
  • Eine Anzeige von Monitoring-Daten in Form von Zahlen und Kurven ist schwierig zu interpretieren.
  • Mit konventionellen Monitoring-Verfahren lassen sich Entwöhnungskriterien nur schwer erkennen. 

Das Ventilation Cockpit – einheitliches Design für höheren Bedienkomfort

Bei der Entwicklung des Ventilation Cockpit haben wir uns an anderen Berufsfeldern orientiert: So versuchen etwa auch die Flugzeughersteller, Einheitlichkeit im Design der Cockpits zu erzielen, und statten verschiedene Flugzeugtypen mit denselben Cockpits aus. Ein erfahrener Pilot ist somit in der Lage, verschiedene Flugzeugtypen unabhängig von deren Größe zu fliegen (Airbus 2014). Weitere Vorteile sind ein reduzierter Aufwand und geringere Kosten im Bereich Schulung sowie eine erhöhte Flexibilität. Angelehnt an diesen Ansatz ist auch die Bedienoberfläche, das so genannte „Ventilation Cockpit“, auf allen Beatmungsgeräten von Hamilton Medical einheitlich, unabhängig vom verwendeten Gerät und dessen Einsatz in der Intensivstation, im MR-Raum oder während des Transports.

Visualisierungen

Studien haben gezeigt, dass numerische Anzeigen und Kurvenanzeigen das klinische Personal nicht optimal in ihrer Arbeit unterstützen. Eine bessere Alternative ist die Integration der Daten in grafische Darstellungen (Drews 2006). In Flugzeugcockpits werden komplexe Daten integriert und auf großen Bildschirmen dargestellt. So bietet auch das auf allen Beatmungsgeräten von Hamilton Medical verfügbare Ventilation Cockpit ähnliche grafische Anzeigen.

Grafik „Dynamische Lunge“

Die Grafik „Dynamische Lunge“ ist Teil des Ventilation Cockpit. Sie zeigt die folgenden wichtigen Monitoring-Parameter in Echtzeit:

  • Tidalvolumen: Die Dynamische Lunge dehnt sich aus und zieht sich zusammen, um das Tidalvolumen in Echtzeit anzuzeigen. Sie bewegt sich synchron zu den tatsächlichen Atemhüben, ausgehend vom Signal des proximalen Flow Sensors. Die Lungengröße wird im Verhältnis zur „normalen“ Lungengröße für das ideale Körpergewicht (IBW) des Patienten gezeigt.
  • Compliance: Die Grafik „Dynamische Lunge“ zeigt für jeden Atemhub die Compliance (Cstat) im Verhältnis zu „normalen“ Werten für die Größe des Patienten. Die Form der Lunge ändert sich mit der Compliance. Es wird auch der numerische Wert angezeigt. 
  • Patiententriggerung: Der Muskel in der Grafik „Dynamische Lunge“ veranschaulicht die Patiententriggerung.
  • Resistance: Der Bronchialbaum in der Grafik „Dynamische Lunge“ zeigt für jeden Atemhub die Resistance (Rinsp) im Verhältnis zu „normalen“ Werten für das ideale Körpergewicht (IBW) des Patienten. Es wird auch der numerische Wert angezeigt. Der graue Bereich des Bildes zeigt die relative Resistance.

Wenn die SpO2-Option installiert und aktiviert ist, werden in der Grafik auch SpO2 und Puls angezeigt.

Grafik „Beatmungsstatus“

Die Grafik „Beatmungsstatus“ stellt sechs Parameter im Zusammenhang mit der Abhängigkeit des Patienten vom Beatmungsgerät dar. Dazu gehören Oxygenierung, CO2-Eliminierung und Patientenaktivität. Ein sich in der Säule nach oben und unten bewegender Schwimmer zeigt den Wert für jeden Parameter an. Wenn sich die Anzeige im hellblauen Bereich (Entwöhnung) befindet, wird ein Timer gestartet, der zeigt, wie lange dieser Wert bereits im Entwöhnungsbereich liegt. Wenn sich alle Werte im Entwöhnungsbereich befinden, ist die Farbe des Rahmens um die Grafik „Beatmungsstatus“ grün. Dadurch wird angezeigt, dass spontane Atemversuche in Betracht gezogen werden können. Die Grafik wird mit jedem Atemzyklus aktualisiert.

Die Werte für den Entwöhnungsbereich können in der Konfiguration entsprechend dem Entwöhnungsprotokoll Ihrer Einrichtung definiert werden.

Wissenschaftliche Erkenntnisse

Die Bedienfreundlichkeit medizinischer Geräte stößt erst seit Kurzem auf wissenschaftliches Interesse. Aus diesem Grund sind aktuell nur wenige relevante Studien verfügbar.

  • Aktuell verfügbare numerische Anzeigen und Kurvenanzeigen unterstützen das klinische Personal nicht optimal in ihrer Arbeit (Drews 2006).
  • Das klinische Personal konnte beim Einsatz grafischer Anzeigen rascher auf negative respiratorische Ereignisse reagieren als bei konventionellen Anzeigen. Zudem wurde angegeben, dass die Arbeitslast als geringer empfunden wurde (Wachter 2006). 
  • Im Rahmen einer Studie, in der die Bedienfreundlichkeit von sieben Beatmungsgeräten für Intensivstationen untersucht wurde, wurde der HAMILTON-G5 von den Ärzten als bedienfreundlichstes Gerät bewertet (Vignaux 2009).

Verfügbarkeit des Ventilation Cockpit

Das Ventilation Cockpit ist auf allen aktuellen Beatmungsgeräten von Hamilton Medical verfügbar. 

Siehe Produktübersicht für die Beatmungsgeräte

Referenzliteratur

Airbus [Internet]. Blagnac: Airbus; [no date, cited 2014 Oct 28]. Hier erhältlich: http://www.airbus.com/innovation/proven-concepts/in-design/commonality/

Drews FA, Westenskow DR. The right picture is worth a thousand numbers: data displays in anesthesia. Hum Factors. 2006 Spring;48(1):59-71.

Richard JC, Kacmarek RM. ICU mechanical ventilators, technological advances vs. user friendliness: the right picture is worth a thousand numbers. Intensive Care Med. 2009 Oct;35(10):1662-3.

Vignaux L, Tassaux D, Jolliet P. Evaluation of the user-friendliness of seven new generation intensive care ventilators. Intensive Care Med. 2009 Oct;35(10):1687-91.

Wachter SB, Johnson K, Albert R, Syroid N, Drews F, Westenskow D. The evaluation of a pulmonary display to detect adverse respiratory events using high resolution human simulator. J Am Med Inform Assoc. 2006 Nov-Dec;13(6):635-42.